Donnerstag, 22. Februar 2018

Mobile-First User Experience, ein Blender


Hinter dem Schlagwort "Mobile-First User Experience", verbirgt sich ja die schon mehrmals gemachte Ankündigung, die mobile Suche zu priorisieren.
Ich habe wahrscheinlich tausenden Analytics-Daten von noch mehr Websites gesehen und stelle mir vor allem die Frage: Wie kommen die darauf zu glauben, der mobile Anteil der Online-Aktivitäten überwiege?
Nach meinem Dafürhalten ist das eine totale Fehlinterpretation. Meine Daten zeigen mir, dass kaum eine Website von mehr als 20% wirklich mobil besucht wird. Wie kommt also die „Mobil-First- Sichtweise“ zustande?
Dazu müssen wir uns die Frage stellen: Was tut man auf einem Smartphone hauptsächlich? Die Antwort ist einfach und unzweideutig. Die Leute bewegen sich mobil hauptsächlich auf sozialen Plattformen und sehen Videos. Damit wird dann auch klar, wie die Sache zu interpretieren ist. Scheinbar führt die Auswertung der reinen Rohdaten für den Traffic (Datenvolumen) zu diesem Zerrbild. Die mobilen Online-Aktivitäten verursachen hier einen gewaltigen Datenverkehr. Wer sich mobil ein einziges Video ansieht, hat mehr Daten durch das Web geschaufelt als 1000 Desktop-Website-Besucher.

Hier sehen wir eine Statistik, die ich für sehr durchschnittlich halte. Es handelt sich um die Statistik einer Unternehmens-Website, wie wir diese millionenfach im Web finden.
Für mich bleibt, jedenfalls aktuell, „Mobil-First“ ein Blender allererster Güte.

Es scheint vielmehr so zu sein, dass das was mobile getan wird, höher gewichtet wird als was über klassische Desktopsysteme online getan wird, warum auch immer. Vielleicht steckt da sogar eine Lobby hinter. Immerhin sind die Produktzyklen von Smartphones viel kürzer als die von PCs und ich denke, der Smartphone-Markt ist umsatzstärker als z.B. der Notebookmarkt. Ein Smartphone der oberen Mittelklasse kostet heute schon mehr als ein Office-PC. Die großen Marktfüher bringen jedes Jahre neue Modelle und neue Versionen dieser Modelle heraus. Wer immer das neueste Flagschiff haben will, und da gibt es wirklich sehr viele, die das wollen, muss sich also jedes Jahr ein neues Smartphone kaufen. Ein PC, gerade im Büro, steht oft 3 oder sogar noch mehr Jahre im "Arbeitsleben".
Auch Google mit seiner Pixel-Reihe mischt ja aktuell hier richtig mit.
Man könnte den "Mobile-First"- Gedanken auch so interpretieren: Mobile Endgeräte verursachen mehr Umsätze, also machen wir das Web so, damit die mobilen Geräte davon profitieren.

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